Vitamin D-Mangel bei Kindern und Jugendlichen

Geschrieben am 04. Sep 2015 | Kategorie  Allgemein | von Ralph Melchior |

Liebe Eltern,

Aus aktuellem Anlass möchten wir Sie über ein sehr kontrovers diskutiertes Thema informieren:

Seit Monaten wird in sämtlichen Medien auf die unzureichende Vitamin-Versorgung hingewiesen, teilweise von der Lebensmittelindustrie zur Vermarktung ihrer Produkte eingesetzt.
Die deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und die Europäische Gesellschaft für Kinder-Gastroenterologie, -hepatologie und -Ernährung (ESPGHAN) haben sich den Empfehlungen anderer namhafter Gesellschaften angeschlossen, den Bedarf von Kindern und Jugendlichen zu erhöhen.

Vitamin D spielt neben dem Knochenstoffwechsel auch im Immunsystem und weiteren Prozessen eine wichtige Rolle.
Ursache für den bewiesenen Mangel an Vitamin D ist in den veränderten Lebensbedingungen unserer Gesellschaft zu finden. Hier einige Punkte :Geringere Sonnenkontaktzeiten auch im Sommer durch vermehrten Aufenthalt innerhalb von Wohnungen  (Z.B. Medienkonsum).

  1. Die Sorge vor Hautkrebs hat zu übertriebenen Schutzmaßnahmen geführt, wie UV-Schutzkleidung, Verwendung von Sonnenschutzcreme mit hohem m Lichtschutzfaktor…
  2. Veränderung der Ernährungsgewohnheiten.
  3. Die einzige Altersgruppe, die überwiegend eine ausreichende Versorgung zeigt, betrifft das Säuglingsalter dank der Vitamin D-Prophylaxe in Form der täglichen Tablette.

Es muss festgestellt werden, dass allein über eine optimierte Ernährung für eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D nicht gesorgt werden kann, sondern eine regelmäßige Einnahme zusätzlich erforderlich ist. Die Politik ist gefragt, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, was vermutlich noch Jahre bis zur Umsetzung dauert.
Wir empfehlen Ihnen daher folgendes Vorgehen:

  1. Geben Sie  Ihrem Kind im 1 . Lebensjahr  (Im Winter Geborene bis Ende März des 2. Winters) regelmäßig auch im Sommer die Vitamin D -Tablette.
  2. Die von der Industrie angepriesenen Kindermilchen sind eine Mogelpackung und halten das Kind von einer ausgewogenen  Ernährung ab.
  3. 1-2mal pro Woche sollte eine Fischmahlzeit angeboten werden.
  4. Sonne an sich nicht schlimm, sondern gesund für die Haut und den Körper des Kindes. Dies bedeutet im Sommer 5-30 min täglich Sonnenkontakt auf die unbedeckte Haut an Kopf, Armen, Beinen je nach Hauttyp und Vorbräune.
  5. Vermeidung von übertriebenen Sonnenschutzmaßnahmen.
  6. Eine generelle Empfehlung für die regelmäßige Gabe eines Vitamin D -Präparates kann aktuell  noch nicht gegeben werden, in einigen Fällen aber sicher sinnvoll und möglich.

Ihr Praxisteam